Küche liegt 6,5 Prozent im Minus

Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK). „Im Herbst dieses Jahres hoffen wir dann auf eine leichte Belebung.“ Foto: VDM/VHK
Der genauere Blick in die Statistik zeigt einen Inlandsumsatz für das Jahr 2024 in Höhe von 3,04 Mrd. Euro (-8,12%) und einen Exportumsatz von 2,62 Mrd. Euro (-4,49%). Zusammengefasst ergibt dies den genannten Umsatzrückgang in Höhe von 6,5%. Die Exportquote liegt aktuell bei 46,2% und stieg im Vergleich zum Vergleichszeitraum um fast einen Prozentpunkt. In den Märkten der Eurozone ist der Küchenmöbelumsatz um 6,63% auf 1,96 Mrd. Euro zurückgegangen.
In den statistisch erfassten 46 Unternehmen der Küchenmöbelindustrie (+/- 0) mit 50 und mehr Beschäftigten arbeiteten im Durchschnitt 18.105 Mitarbeitende. Das sind 2,82% weniger als im Durchschnitt des Jahres 2023. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sank ebenfalls: um 2,33% auf 25,337 Millionen. Die gezahlten Arbeitsentgelte stiegen hingegen um 2,75% auf 879,3 Mio. Euro.
Ergebnisse nach Branchen
Die Möbelproduzenten insgesamt mussten ein Umsatzrückgang von 7,4% auf jetzt 16,4 Mrd. Euro hinnhemen. Die Unternehmen verbuchten im Inland einen Umsatz von knapp 11 Mrd. Euro ( -6,8%). Der Auslandsumsatz (Exportquote: 33%) sank um 8,6% auf 5,4 Mrd. Euro. Und so schnitten die einzelnen Segmente der deutschen Möbelindustrie ab:
- Büro- und Ladenmöbel: - 4%
- Matratzen: - 5%
- Küchenmöbel: - 6,5%
- Polstermöbel: - 8%
- Sonstige Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) und Möbelteile: -11,2%
Ganz Europa betroffen
Wegen des schwachen Konsumklimas und der stockenden Bautätigkeit kam es im vergangenen Jahr laut Möbelverband VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie) in den meisten europäischen Märkten zu Absatzrückgängen. Die Möbel-Ausfuhren nach Frankreich, dem wichtigsten Exportmarkt, sanken um fast 7% auf rund 1,3 Mrd. Euro. Rückläufig entwickelten sich auch die Lieferungen in die Schweiz (-6,2%), nach Österreich (-8,1%), in die Niederlande (-11,9%) und in das Vereinigte Königreich (-2,9%). Die Möbellieferungen in die Vereinigten Staaten, die wichtigste Absatzregion für Möbel „Made in Germany“ außerhalb Europas, rangierten mit 253 Mio. Euro um 1,3% über dem Vorjahr.
Leichte Belebung im Herbst?
„Für die kommenden Monate rechnen wir für unsere Branche zunächst mit einer Seitwärtsbewegung“, berichtet Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK). „Im Herbst dieses Jahres hoffen wir dann auf eine leichte Belebung.“ Mit einem weiteren Abebben der Inflation, einem spürbaren Anstieg der Realeinkommen, den erwarteten weiteren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und Impulsen aus dem Auslandsgeschäft könnten die zuletzt aufgeschobenen Möbelanschaffungen endlich umgesetzt werden, so Kurth. Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert der Verbandsgeschäftsführer für die deutsche Möbelindustrie ein geringes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Quelle aller Zahlen: Destatis, VdDK